Gesünder dank Corona?

Es mag vielleicht etwas zynisch klingen, aber das Coronavirus, welches – von der chinesischen Provinz Hubei ausgehend – inzwischen über den gesamten Globus verbreitet ist und sein Unwesen treibt, bringt auch gute Seiten mit sich. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wäre wie die meisten anderen Menschen froh, wenn diese Krankheit nicht existierte, aber es ist trotzdem erstaunlich zu sehen, welche Effekte die Corona-Pandemie neben ihrer eigentlichen Kernwirkung noch hat.

Da melden beispielsweise vom Dauer-Smog geplagte chinesische Ballungsräume einen plötzlichen Rückgang der Schadstoff-Emissionen. Und wenn man bedenkt, dass Feinstaub, Luftschadstoffe und insbesondere der „Smog“ genannte Cocktail aus eben diesen Substanzen nachweislich tödlichen Krebs begünstigt, darf man sich sogar vorsichtig fragen, ob man dem Coronavirus nicht sogar dankbar sein muss für seine Existenz. Oder zumindest muss man der Angst und Panik vor ihm dankbar sein, denn diese Verunsicherung ist es, die die Wirtschaft lähmt und damit auch die Emissionen schlagartig einbrechen lässt.

Aus Flugscham wird Flugangst

Angesichts von abgesagten Geoßereignissen wie der Internationalen Tourismusbörse (ITB) im März in Berlin und den zigtausenden von Flugtickets die allein deswegen jetzt storniert werden, lassen sich auch noch ganz andere positive Effekte vor allem für den Klimaschutz feststellen. Sollte die Corona-Welle noch länger anhalten, was natürlich niemand ernsthaft wollen kann, würde man vermutlich erstaunliche Erfolge in den zuvor weltweit zäh verlaufenden Klimaschutzbemühungen vermelden können.

Hinterwäldler leben gesünder

Bemerkenswert ist auch, dass das Virus vor allem dort zuschlägt, wo die Kosmopoliten, die Vielflieger und die stets in Bewegung befindlichen Menschen leben. Ausgerechnet in Ostdeutschland, bei den Hinterwäldlern und Abgehängten, ist das Virus bislang noch nicht angekommen.

Wer weiß, vielleicht macht das Coronavirus am Ende nicht wie von manchen Ökonomen befürchtet der Globalisierung den Garaus, sondern hievt diese gar auf eine neue, nachhaltige Ebene. Es kann nicht schaden, sich vor dem Besuch eines tausende Kilometer entfernten Großereignisses generell zu fragen, ob die CO2-umwölkte Reise dorthin denn nun wirklich erforderlich ist. Es schadet auch nichts, sich generell wieder mehr mit Hygiene, ansteckungshinderlichem Verhalten und dem Fernbleiben von absurden Menschenansammlungen zu befassen.

Hatschi!

Verzeihung, ich habe kurz in die Armbeuge geniest. Kein Grund zur Aufregung, es handelt sich nur um dieselbe hartnäckige Erkältung, die mich seit Anfang Januar plagt. Wussten Sie eigentlich, dass die meisten Corona-Patienten nur milde Symptome zeigen, gegen die der Schüttelfrost und das hohe Fieber einer saftigen Influenza eine wahre Tortur sind? Ja, Corona ist hoch ansteckend und kann bei Patienten mit Vorerkrankungen oder Senioren tödlich verlaufen. Doch auch bei jeder handelsüblichen Grippewelle holt sich der Sensenmann entsprechende Opfer. Bleiben wie einfach gelassen, beherzigen die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen und lassen solange einfach mal das Fliegen und andere Unweltsünden sein.